Das Paradoxon der Beständigkeit: Warum wahre Stabilität heute Weitsicht voraussetzt
In der Beratung von sehr vermögenden Privatpersonen und Unternehmerfamilien ist Langfristigkeit die entscheidende Kennzahl. Wer Strukturen – etwa in Form von liechtensteinischen Stiftungen oder Trusts – errichtet, denkt nicht in Quartalen, sondern in Generationen. Doch die Bedeutung von Beständigkeit hat sich grundlegend gewandelt.
Lange Zeit galt das Prinzip, dass eine rechtlich fundiert aufgesetzte Struktur über Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg keine oder wenige Anpassungen bedurfte. Sie fungierte als statisches Bollwerk gegen die Zeit. In der heutigen, global vernetzten und regulatorisch dichten Welt hat sich dieses Bild gewandelt: Eine Struktur, die keine inhärente Flexibilität besitzt, läuft Gefahr, in einem dynamischen Umfeld brüchig zu werden. Wahre Stabilität im 21. Jahrhundert ist daher kein statischer Zustand, sondern das Ergebnis einer kontinuierlichen, vorausschauenden Konformität.
Die moderne Struktur als lernendes System
Internationale Entwicklungen – ob durch Initiativen der OECD, neue EU-Regulierungen oder geopolitische Verschiebungen – dürfen das Fundament eines Vermögens nicht gefährden. Um dies sicherzustellen, rückt das Konzept der strukturellen Resilienz in den Mittelpunkt.
Anstatt demnach Strukturen gegen den globalen Wandel abzuschotten, lassen sich gezielte Anpassungsmechanismen bereits bei der Errichtung in Statuten, Beistatuten und Reglementen verankern. In der Praxis bedeutet dies etwa:
- präzise formulierte Anpassungs- und Öffnungsklauseln, die es Stiftungsorganen erlauben, auf regulatorische Veränderungen zu reagieren, ohne den Stiftungszweck oder die Begünstigtenordnung zu tangieren;
- klar definierte Kompetenzabgrenzungen zwischen Stiftungsrat, allfälligen Beiräten und Protektoren, um rechtssichere Entscheidungsprozesse auch in ausserordentlichen Situationen zu gewährleisten;
- Reglemente mit modularer Struktur, die bewusst so ausgestaltet sind, dass sie weiterentwickelt werden können, ohne die grundlegende Ordnung der Stiftung zu destabilisieren.
Eine exzellente Vermögensarchitektur zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass sie:
- vorausschauende Konformität integriert: Regulatorische Trends – etwa steigende Substanzanforderungen, Transparenzpflichten oder neue internationale Meldepflichten – werden nicht reaktiv, sondern antizipativ berücksichtigt. Dies erlaubt es, Anpassungen kontrolliert und mit Augenmass vorzunehmen, bevor externer Druck entsteht.
- rechtliche Handlungsfähigkeit bewahrt: Moderne Governance-Klauseln stellen sicher, dass auf veränderte Rahmenbedingungen reagiert werden kann, ohne die langfristige Nachfolge- und Vermögensstrategie zu gefährden oder interne Blockaden zu erzeugen.
- Substanz als Fundament nutzt: Die tatsächliche organisatorische, personelle und operative Verankerung in einer erstklassigen Jurisdiktion wie Liechtenstein ist kein formaler Selbstzweck, sondern ein zentraler Stabilitätsfaktor – sowohl gegenüber internationalen Partnern als auch gegenüber Regulatoren.
Liechtenstein: Die Verbindung von Tradition und Modernität
Liechtenstein bietet für diesen Ansatz optimale Rahmenbedingungen. Das liechtensteinische Stiftungs- und Trustrecht schützt einerseits Privatsphäre und Eigentum auf einem international anerkannten Niveau. Gleichzeitig gehört es zu den flexibelsten und anpassungsfähigsten Rechtsordnungen weltweit.
Dies ermöglicht die Schaffung von Vermögensordnungen, die robust genug sind, um politische und wirtschaftliche Krisen zu überstehen, und zugleich präzise genug, um sich im Rahmen internationaler Entwicklungen fortzuentwickeln. Ziel ist eine Struktur, die über Generationen noch Bestand hat – gerade weil sie von Anfang an so konzipiert wurde, dass Veränderung kein Risiko, sondern Teil ihrer Stabilität ist.
Fazit: Sicherheit durch strategische Vorausschau
Die grösste Gefahr für bedeutende Vermögen ist heute nicht der Wandel an sich, sondern eine Struktur, die diesen Wandel nicht antizipiert. Sicherheit entsteht dort, wo juristische Präzision auf strategische Weitsicht trifft.
Vermögensarchitekturen sollten nicht für die Welt von gestern konserviert, sondern mit Blick auf die Anforderungen von morgen gestaltet werden. Echte Beständigkeit zeigt sich darin, dass eine Ordnung auch unter veränderten Vorzeichen ihren Zweck erfüllt: den langfristigen Schutz der Familie und ihrer Grundwerte.
Einordnung und Rolle der FS+P
Die FS+P AG begleitet als unabhängige mittelgrosse Treuhandgesellschaft die Konzeption, Umsetzung und laufende Weiterentwicklung langfristiger Vermögensordnungen. Der Fokus liegt dabei nicht auf Standardlösungen, sondern auf massgeschneiderten Strukturen, deren Statuten, Beistatuten und Reglemente von Beginn an auf Resilienz, Governance-Klarheit und internationale Anschlussfähigkeit ausgerichtet sind.
Als Gründer und Inhaber der FS+P AG versteht sich Dr. Marco Felder dabei nicht als reiner Verwalter bestehender Ordnungen, sondern als strategischer Architekt generationenübergreifender Vermögensmodelle. Seine Tätigkeit verbindet tiefes liechtensteinisches Strukturierungs-Know-how mit einem ausgeprägten Verständnis für internationale Entwicklungen. Ziel ist es, für Mandanten Strukturen zu schaffen, die nicht nur heutigen Anforderungen genügen, sondern auch unter künftigen regulatorischen, wirtschaftlichen und familiären Rahmenbedingungen verlässlich funktionieren.